<zurück zum Presse-Echo>

Winfried Kirches zeigt “Obstallationen”

Tänzerinnen mit Seilen gefesselt


Von Lydia Keck

lyd Ehrenfeld. Nähe und Distanz sind die Lebensprinzipien der Menschen. Performance-Künstler Winfried Kirches führte dieses Wechselspiel im Kunstzentrum “Ba” hundert Kunstinteressierten vor, die sich in die ehemaligen Arbeitsräume von Prostituierten am Neptunplatz “gewagt” hatten.
“Sie waren noch nie in einem Bordell?” fragt Julitta Kirches das Kunstpublikum. Anschließend bewegt sich eine Tänzerin zum Rhythmus der Trommeln des Musikers Fank Kojos. Die engen Zimmerchen wirken durch die künstlerischen Ausgestaltungen Kirches skurril: Rings um den Raum herum sind Seile befestigt, und die Zuschauer müssen zuerst unter den Seilen hindurchkrabbeln, um durch die Tür von einem Raum in den nächsten zu kommen. Überall sind Trommeln mit unterschiedlichen Rhytmen zu hören.
“Insbesondere in diesem Haus waren einmal Nähe und eine gleichzeitige Distanz dicht beieinander”, beschreibt der Künstler selbst die Inszenierung seiner Obstallation. Auf einem Zahnrad dreht sich eine Tänzerin in gleißendem Licht vor einem Spiegel. Mit einer weiteren “Obstallation” provoziert der Künstler die Zuschauer: Drei Tänzerinnen sind an Seilen befestigt. Die “Gefangenen” schauen unbeteiligt in die Ferne. Die dicken Fesseln, die um die Körper der Mädchen kunstvoll geschwungen, deren Bewegungen einschränken, können einerseits durch die Zuschauer als schöne Hülle, doch auch als grausame Gefangenschaft wahrgenommen werden.


.


Kölnische Rundschau 2.12.99

zurück zum Presse-Echo>