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Akte säumen den Weg in die Villa Trips

Winfried Kirches spiegelt in seinen Skulpturen Individualität und Bindung


Von OLIVER TRIPP

KERPEN-HORREM. Zu einem wunderschönen Schattenspiel im Licht der Morgensonne rund um die Skulpturen des Kölner Bildhauers Winfried Kirches lud am Sonntag Reinold Louis als Vorsitzender der Stiftung Graf-Berghe-von-Trips seine Gäste ein.
Denn Frauentorsi aus dunkelbraunem Ton flankieren zurzeit den Weg zum Eingang der Villa-Trips. Winfried Kirches nennt sie „Balusta“, denn wie die Säulen einer Balustrade säumen sie den Aufgang, reihen sich in eine gewisse Ordnung ein.
Wir leben in einer Zeit, in der höchster Wert auf Individualität gelegt wird; wir meinen gleichsam alle Fesseln sprengen zu können. Dennoch erlebe ich, dass viele trotzdem den Weg in die Bindung suchen, das Bedürfnis verspüren, sich in die Gruppe, die Familie oder die Paarbeziehung zu begeben. Das ist mein Thema“, sagt Kirches.
Auch die Frauenakte fügt er zu Ausstellungen immer wieder in bestimmte Ordnungen ein. Er hat sie bereits im Kreis zueinander aufgestellt oder einen Flusslauf durchqueren lassen, je nach Beschaffenheit des Ausstellungsortes. Dabei wird der Betrachter zu einem Bestandteil des Kunstwerks.
Jeder, der zunächst ähnlich wirkenden Torsi, zeigt doch ganz eigene Züge. Buchstäblich betonen Spuren loser oder fester Bindung ihre Eigenständigkeit...

Kölnische Rundschau 10.9.02

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