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Winfried Kirches überraschte mit Skulpturen

Körper bilden Allee


Von Lydia Keck

lyd Ehrenfeld. Das Wort “Balusta” kommt aus dem Lateinischen und heißt “kleine Säule”. Ein Begriff, mit dem sich der Aktionskünstler Winfried Kirches im Kunstzentrum “Ba” auseinander setzte. Diesmal verblüffte der Künstler seine rund 40 Besucher mit acht weiblichen Frauentorsi: Eine Allee von acht kleinen Baumsäulen, auf denen die tönernen Kunstwerke thronten, standen mitten im Raum. Doch die Figuren waren nicht ebenmäßig, sondern jede einzelne durch Rillen entfremdet. Rings um die schönen Körper hatte Winfried Kirches Kordeln in den noch nassen Ton gedrückt.
“Jeder Mensch hat eine Sehnsucht nach Bindung oder nach einem festen Ordnungsgefüge”, erklärte Kirches die Philosophie der Verfremdung seiner Kunstwerke. Die Rillen auf den Torsi symbolisierten Spuren vergangener Bindungen, in die sich jeder begebe. “Bei manchen wirken sie wie Schmuck, und bei anderen hinterlassen sie nur wenige Veränderungen”, bemerkt der Aktionskünstler.
Plötzlich tauchte inmitten der Zuschauer die Tänzerin Anne Rust auf, ein Mitglied der “Kirches-Bande”. Seit mehreren Jahren unterstützen Musiker und Tänzer das wachsende Kunstwerk am Neptunplatz 7. Sie bewegte sich nach den Klängen von Violine und Fagott. Nach einer Weile “befreite” sie sich aus ihren “musikalischen Fesseln” und verließ den Raum. Das “Ba” am Neptunplatz 7 ist dienstags und donnerstags von 16 bis 19 Uhr geöffnet.


Kölnische Rundschau 26.4.01

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