Zhang Bing

Zhang Bing
o.T.

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Freitag    19.03.2004    21 Uhr          Ausstellungseröffnung:   Zhang Bing (Shanghai, China),   Malerei, Zeichnung

Einführung: Kirches-Ban.de

Tanz-Performance und Gesichts-Bemalung “Masken der Peking-Oper”:   Zhang Bing

Zwischen drei Städten, Berlin, Frankfurt und Köln, konnte Zhang Bing wählen, bevor sie vor dreieinhalb Jahren von Shanghai nach Deutschland kam. Sie entschied sich für Köln, weil sie als Kind bei ihrer Großmutter einmal die Reproduktion eines Gemäldes gesehen hatte, das den Dom und das Altstadt-Rhein-Panorama zeigte.
In Köln hat die findige Künstlerin, die 1973 in Shanghai geborgen wurde, inzwischen viele Freunde gefunden. Und eine dieser Freundschaften war es dann auch, die ihr zu ihrer ersten Ausstellung verhalf, derzeit zu sehen in der Ehrenfelder Galerie Ba. Zhang Bings zentrales Thema ist der weibliche Körper als Spiegel unterschiedlicher Befindlichkeiten. Sie sagt: “Ich gehe immer von einem konkreten Gefühl aus” – sichtbar gemacht in einem mit feinsten Nuancen gemalten Gesichtsausdruck und einer prägnanten Körperhaltung. Dazu hüllt sie den Körper jeweils in Kleidungsstücke, die sie selbst entwirft und welche die ausgedrückte seelische Verfassung zusätzlich verstärken. Da trägt der Moment der Leichtigkeit ein wallendes Kleid, während die Ängstlichkeit und Distanziertheit in einem gewaltigen Hosenanzug verschwindet und das Gesicht klein macht.
Zu Minikleid, schlichtem Kostüm, poppigen Hosen oder Bademantel malt Zhang Bing jeweils den charakteristischen Seelenkörper: mal keck, mal unsicher-verkrampft, mal energisch, und immer selbstbewusst. Jedes Frauenbild, das sie zeigt, hat sie auch selbst empfunden, so dass alle zusammen eine lange Reihe von Selbstporträts im Wechsel der Gefühle ergeben. Um eine Spur Distanz zwischen sich und die Bilder zu bringen, gibt sie den Gestalten unterschiedliche, meist europäische Gesichter.
In der Regel überprüft die Malerin die Genauigkeit der Köperhaltungen an sich selbst als Modell beim Blick in den Spiegel.  Zhang Bing: “Welche Kleidung ich der Person anziehe, ergibt sich wie von selbst beim Malen durch das Einfühlen in die Empfindung des darzustellenden Körpers.” Und so veranschaulicht sie: Seelenlagen drücken sich in Kleidern aus, und Kleider geben seelischen Verfassungen Form und Ausdruck.
Alle Arbeiten sind klassisch komponiert. Ein besonderer Akzent liegt auf den kleinsten Einzelheiten, von den Mustern auf Kleidern bis hin zu den Lichtreflexen auf Fingernägeln.  (Jürgen Kisters)