03.04.2020

03.04.2020

Liebe Freundinnen und Freunde des Ba Cologne und von Kirches-Ban.de

Heute möchte ich zunächst über die beiden sehr  unterschiedlichen Schaffensphasen im Werk der Bianca van Baast   nachdenken. Die Werke  bis zum Jahre 2013 sind daran zu erkennen, dass die Figuren nackt sind und keine Haare haben und insgesamt keinerlei individuellen Merkmale aufweisen. Die Körper sind auf das Wesentlichste reduziert und akzentuiert, es geht nicht um das Individuum sondern um grundlegende, geradezu philosophische  Fragen des Menschseins: Einsamkeit, Zusammenhalt, Zweifel, Gewalt und Liebe.

Seit 2014  haben die dargestellten Figuren Haare, und sie wirken  realer, menschlicher, weicher und insgesamt authentischer. Jetzt geht es Bianca van Baast um eine Einladung zu Kontemplation, zu Besinnung und innerer Einkehr. Meist sind die dargestellten Frauen-Figuren einsam und allein. Gleichzeitig faszinieren die Gemälde weiterhin durch ihre eindringliche Körper-Darstellung, die an alte Blütezeiten der europäischen Malerei anknüpft.

Damit jeder Besucher diese beiden gegensätzlichen Schaffensphasen nachvollziehen kann, haben wir keine Mühen gescheut, neben der aktuellen Ausstellung der neuesten Werke in unseren Räumen am Neptunplatz, auch Beispuiele der älteren Phase auszustellen in unseren Räumen an der Rothehausstraße.  Hier sieht man wie wir die bisherige enge Petersburger Hängung in unserem Raum an der Rothehausstraße umwälzten zu Gunsten einer übersichtlichen Hängung einiger Top-Werke Biancas aus ihrer früheren Schaffensphase.

 

 

Die gesamte Bianca van Baast-Ausstellung konnten wir ja dann bekanntlich am 13. März mit gemischten Gefühlen so gerade noch am letzten erlaubten Tag eröffnen und hatten dann in den folgenden Wochen erstmal  –  wie alle anderen Kultur-Betriebe  –   eine liebevoll perfekt arrangierte Ausstellung ohne Besucher, eine Ausstellung die über mehrere Monate eine Menge Mühe und auch Unkosten gemacht hatte, auf unserer Seite und natürlich auch auf Seiten der Künstlerin. Natürlich hofften wir zunächst, dass bis zum geplanten Ende der Ausstellung, dem 26. April, sich die Corona-Lage vielleicht verändern würde und einzelne Besucher vielleicht doch noch unsere Ausstellung besuchen würden. Aber zunächt einmal sah unsere Ausstellung einsam und verlassen aus. Hier einige Impressionen aus den Räumen am Neptunplatz mit den neuesten Werken Biancas.

 

Und dann geschah es,  dass nach einer durch die Kontakt-Verbote ausgelösten Phase spürbarer Ruhe und Friedlichkeit auf dem ansonsten so belebten Neptunplatz mehr und mehr wieder erst kleine und dann  auch mal größere Gruppen frustrierter Kinder und Jugendlicher auftauchten. Da auch das sonst stark frequentierte Neptunbad ja geschlossen werden musste, spielte sich innerhalb weniger Tage eine Situation ein, die wir aus den ersten Jahren unseres Ba Cologne kannten, als das Neptunbad noch geschlossen war:  Mehr und mehr wurde die hinterste Ecke des Platzes vor unserem Eingang damals wie heute, besonders abends zu einer Möglichkeit, herumzutoben um ein bisschen Frust abzulassen. Erst brannte am vorigen Wochenende die große Straßenlaterne, die diese Ecke des Platzes ausleuchten soll nicht mehr. Dann war unsere Lampe vor unserem Eingang kaputt. Beides möglicherweise “Einschläge” von Bällen, oder gezielte Würfe?

Als wir dann am Dienstag dieser Woche morgens sahen, dass die Abdeckung unserer Klingel- und Sprechanlage auf dem Boden lag, stiegen wir vorsichtshalber auf das Dach unseres Ba und stellten entsetzt fest, dass die oberste Plastik-Kuppel bei einer unserer Licht-Kuppeln durchschlagen war, von irgendeinem harten Gegenstand? In dem Moment wurde uns klar, dass die wertvollen Gemälde der Bianca van Baast in unseren Räumen vielleicht nicht mehr sicher sind. Als wir diese Bedenken der Bianca umgehend übermittelten, entschied sich Bianca für die sofortige Rückholung ihrer gefährdeten “Kinder”, zumal im Moment die Grenze zu den Niederladen noch offen ist.

Also war dann Bianca bereits am Donnerstag dieser Woche mit angemietetem Transporter bei uns. Bianca und Anna packen hier gerade, immer den gebührenden Abstand einhaltend,  die großformatigen Werke wieder ein. Allen Beteiligten brach es beinahe das Herz, dass diese Bilder nun nach all dem Aufwand an Herstellung, Auswahl, Transport, Werbung und Hängung, nun quasi ungesehen wieder nach Holland reisen. Und glaubt mir bitte:  kein noch so gutes Foto im Internet kann den überwältigenden Eindruck auch nur annähernd ersetzen, den man als Betrachter vor einem solchen altmeisterlich perfekt gemalten Bild hat.   Schade, schade, schade!

 

Natürlich hat Bianca nicht alle ausgestellten Werke wieder mitgenommen, sondern “nur” die Werke aus den Räumen am Neptunplatz. Die Werke in den Räumen an der Rothehausstraße hängen noch und werden vorraussichtlich noch bis Herbst/Winter bleiben.

bleibt nur noch, allen ein schönes Wochenende bei frühlingshaften Temperaturen und gute Gesundheit  zu wünschen,

kreative Grüße,  

Kirches-Ban.de

 

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