17.12.2021

17.12.2021

Liebe Freundinnen und Freunde des Ba Cologne und von Kirches-Ban.de

Zunächst möchten wir heute für all diejenigen, die uns immer mal wieder fragen “Wie kommt ihr denn eigentlich immer an die tollen Künstler, die ihr ausstellt?”  einmal ein Stück weit berichten von unserer stets unermüdlichen und manchmal schier endlos scheinenden

   Suche nach den besonderen Künstlern dieser Welt

Unser Traum von Bangladesch

Da wir seit geraumer Zeit mit dem aus  Bangladesch  stammenden liebenswerten Neel immer enger befreundet sind, trat erstmals  dieses für uns exotische Land in unseren Blick, das in seinen unendlichen Mangrovenwäldern unter anderen Raum für den Königstiger bietet.  Und nach und nach wurde klar, dass dieses ferne wunderbare Land natürlich auch jede Menge spannende Kunst zu bieten hat.

Auf einem guten Weg

Zunächst stießen wir bei unserer Suche auf einen Künstler, der in seiner Foto-Kunst das Thema Wasser in unnachahmlicher Weise bearbeitet, jenes Thema, das für die Menschen in Bangladesh noch immer von zentraler Bedeutung ist. Begeistert nahmen wir Kontakt auf und schlugen vor, eine Ausstellung auszurichten. Und der Künstler war begeistert über diese Möglichkeit, sich in der westlichen Welt zu präsentieren.

Ein herber Rückschlag 

Doch dann traf es uns wie ein Donnerschlag: Der Familien-Clan des Künstlers hatte nach eingehender Recherche umgehend beschlossen, dass sie ihm verbieten, in einem solchen dekadenten Kunstort der westlichen Welt wie unserem Ba Cologne auszustellen. Die Steine des Anstosses sind  unsere regelmäßig ausgestellten Darstellungen des nackten menschlichen Körpers; und das auch noch in einem ehemaligen Bordell.

Da ist also nun tatsächlich unsere teils grinsende Freude an der verruchten Vergangenheit unserer Räumlichkeiten in Kombination mit unserer unverhohlenen Vorliebe für Künstler, die überwiegend den von allen soziologischen und individuellen Besonderheiten befreiten und auf das Wesentliche reduzierten nackten Körper thematisieren, zum Stolperstein geworden.

Hartnäckigkeit lohnt

Durch diesen Rückschlag wurde natürlich unsere Sehnsucht nach einer Künstlerin oder einem Künstler aus Bangladesch erst so richtig angestachelt. Und so schaffte es der gute Neel schließlich, im Sommer nicht nur weitere Kontakte vor Ort in Bangladesch zu knüpfen, sondern gleich eine Reihe ausgezeichneter Zeichnungen zurück nach Deutschland mitzubringen.

 

 

Hier vertiefen sich Neel, Jule und ich an einem der letzten sonnigen Herbsttage auf unserem Hof des Skulpturen-Gartens in Brombach erstmals in diese Zeichnungen. Und wir sind sofort überzeugt, dass die Qualität der Arbeiten auf jeden Fall eine Ausstellung rechtfertigt.

Eine tolle win-win Situation

Einige Zeit später führen Neel, Anna und ich ein erstes langes Video-Telefonat mit dem Künstler Mohammad Hasanur Rahman,  unter Freunden “Reaz” genannt,   wobei er uns eine Menge über seine Beweggründe für seine künstlerische Arbeit vermitteln kann.  Nach diesem ersten persönlichen Austausch ist klar:   Beide Seiten wollen sehr gerne eine Ausstellung realisieren. Reaz kann seine bizarren erotischen  Zeichnungen, die teils ins Transsexuelle reichen, in seiner Heimat Bangladesch nicht öffentlich ausstellen und freut sich total auf die Möglichkeit, sie bei uns im Ba Cologne zeigen zu dürfen. Und wir freuen uns, einem begnadeten Künstler und obendrein sehr sympathischen Menschen den Herzenswunsch nach Ausstellung seiner Werke erfüllen zu können.  Unser Team und Reaz kamen dann sehr bald überein, auf jeden Fall im Laufe des Jahres 2022 eine Ausstellung der Zeichnungen bei uns zu realisieren.

Wir geben Gas

Nach Abschluss und Abhängung unserer Aussstellung von Nicole Gerst erarbeitet unser Team umgehend ein Ausstellungskonzept für die zukünftige Ausstellung von “Reaz”, wobei wir eine Auswahl von Zeichnungen konkret auf die zur Verfügung stehenden Wände beziehen. Was genau wollen wir wo ausstellen, und welche Rahmungen streben wir jeweils an?

 

Im Zuge unserer intensiven Auseinandersetzung mit jeder einzelnen Zeichnung wurde immer mehr deutlich wie hoch die Qualität der Arbeiten ist,  wie vielfältig, tief und ambivalent jede einzelne Zeichnung sowohl in formaler wie auch in inhaltlichere Hinsicht ist. Voller Tatendrang sprechen wir schließlich mit allen involvierten Personen als Eröffnungstermin den 21. Januar 2022 ab. Und wir suchen nach einem Musiker aus Bangladesch, der die Vernissage abrunden könnte.

Emma und Anna diskutieren die Inhalte einer komplexen Zeichnung

Voller Begeisterung planen wir schließlich für die Mitte der Ausstellungsdauer dann noch eine sonntägliche Veranstaltung: Drei Philosophen aus drei Generationen  –  Dr. Julius Pott,  Dr. Christina Rose und Jana Platen – philosophieren über “die Chancen und die Kehrseiten von Vielfalt.  Ein Termin Anfang Februar wird festgelegt.

Corona bremst uns zunächst aus      aber letztendlich wir sind nicht zu stoppen

Und dann steigen und steigen und steigen vor rund einem Monat die Inzidenzen.  Wir meinen zwar zu erkennen, dass wir wohl vorraussichtlich von der Politik nicht an der Durchführung unseres Ausstellungsprojekts 21.01.-20.02 2022 gehindert werden würden, aber es setzt sich nach und nach in unserem gesamten Team die Auffassung durch, dass wir es leid sind zu erleben, dass unsere mit viel Herzblut (und auch mit finanziellem Einsatz) inszenierte wunderbare Ausstellung letztlich dann wieder nur von einem Bruchteil der normalerweise herbeiströmenden Kunstinteressierten besucht wird, weil viele Menschen doch lieber ihre Kontakte noch reduzieren.

Schließlich fassen wir Anfang Dezember den wilden Entschluss:  Wir verschieben die bereits detailliert geplante Ausstellung der erotischen Zeichnungen der Künstlers Mohammad Hasanur Rahman  auf den sichereren Sommer.    Ausstellungseröffnung Freitag 19.08.2022         Philosophieren über Vielfalt   Sonntag 28.08.2022

 

Es sei uns erlaubt, zum Jahresende auch ein  paar Neuigkleiten zu unserem Team  zu vermelden. Auf “unsere” Anna müssen wir leider im kommenden Halbjahr verzichten, da sie innerhalb ihres Studiums ein Stipendium für London wahrnimmt. Toll dass sie dann zur Eröffnung der Reaz-Ausstellung im Sommer wieder im Boot sein wird.  Emma hat sich inzwischen super eingelebt und ist eine echte Verstärkung. Auf Jule ist weiterhin  Verlass, und Julitta geht es gesundheitlich von Tag zu Tag ein wenig besser, sodass sie mehr und mehr wieder eingreifen kann. Und zu Winni ist nix Neues zu sagen, da es dem so geht wie immer.

Schließlich möchten wir noch diejenigen, die inzwischen immer auf Neuigkeiten bezüglich der  Restaurierung  unseres denkmalgeschützten Hauses warten, auf Januar 2022 vertrösten. denn zurzeit haben merkwürdige Wesen unser Haus und vor allem den frisch restaurierten hinteren Keller erobert.

 

Am Ende möchten wir natürlich allen Freundinnen und Freunden des Ba Cologne und von Kirches-Ban.de in Nah und Fern, die weiterhin unseren Blog lesen, an dieser Stelle  beschauliche Weihnachtstage und einen  (diesmal nochmal stillen) guten Rutsch in ein  hoffentlich nicht mehr so sehr von Corona geprägtes  Neues Jahr 2022  wünschen.

kreative Grüße,  

Kirches-Ban.de

 

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